Brief aus Turanien III.

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Föderation Turanischer Republiken -Der Föderationspräsident- -Die Föderationsregierung-


Hochverehrte kaiserliche Majestät Schah Henderson, hochverehrte Exzellenz Prophetin Vashtaa, sehr geehrte Wesirinnen und Wesire der Staatsregierung, werte Einwohnerinnen und Einwohner des Schahtums Futuna,

mit großem Erstaunen und teilweisem Befremden haben wir die beiden Grundsatzreden des Staatsoberhauptes des Schahtums zur Kenntnis nehmen müssen.

Die Grundsatzrede betreffend Turanien müssen die Föderationsregierung und die gesamte turanische Bevölkerung leider als massiven Affront gegen die Föderation und sehr großen Vertrauensbruch betrachten. Darin wird von "ins Gesicht spucken" und von "Fratze zeigen" in Zusammenhang mit der völlig legitimen und zurückhaltenden Reaktion Turaniens auf die massiven internationalen Probleme, welche das Schahtum ganz allein zu vertreten hat, gesprochen. Turanien ist äußerst befremdet über derartige Ansichten des Staatsoberhauptes und deren öffentliche Äußerung. Die Einstellung, welche Futuna (und seine kaiserliche Majestät ist dessen oberster Repräsentant) gegenüber Turanien hiermit zu erkennen gibt, macht alle Turanierinnen und Turanier sehr besorgt.

Dem Föderationspräsidenten und der Föderationsregierung ist diese vollkommen überzogene Reaktion völlig unverständlich. Turanien hatte im Zusammenhang mit den enormen Beeinträchtigungen und Schäden der Natur durch futunische Waffentests, mit diplomatisch als äußerst problematisch anzusehenden Äußerungen Futunas bei der Ankündigung der Tests, mit dem Abschuss futunischer Raketen in unmittelbarer Nähe turanischer Bohrinseln sowie den aus all diesen Aktionen resultierenden Beeinträchtigungen des internationalen Ansehens des Schahtums vorerst seinen Botschafter aus Timor zurück beordert. Dies geschah mit der Begründung, die Beziehungen zum Schahtum gerade wegen dessen aktuellem Auftreten in der intermicronationalen Öffentlichkeit und möglicher negativer Auswirkungen auf des Ansehen Turaniens als engem Verbündeten, zu überprüfen. Es ist der Föderationsführung unverständlich, wieso eine derartige angemessene und zurückhaltende Reaktion Turaniens seitens des Schahtums eine derart unverhältnismäßige Reaktion hervorrufen kann.

Diese Reaktion Futunas ist nun leider erst recht geeignet, die Beziehungen der Föderation zum Schahtum kritisch zu überprüfen und dies auch in Zusammenhang von Ausführungen seiner kaiserlichen Majestät des Schahs in seiner Grundsatzrede zu Attekarien. Darin mischt sich das Schahtum nach Ansicht der Föderationsregierung massiv und in unzulässiger Art und Weise in die inneren Angelegenheiten eines souveränen Staats ein, indem es politische Gruppierungen protegiert und wiederholt und massiv seine Feindschaft gegen eine demokratisch gewählte Regierung zum Ausdruck bringt. In Turanien ist bekannt, dass Futuna die notwendige regelmäßig wiederkehrende demokratische Legitimation einer Regierung durch das Volk fremd ist, nur ist das in anderen Ländern so verfassungsmäßig geregelt und dann ist der demokratisch gewählten Regierungschef allseits zu akzeptieren. Das scheint jedoch dem Schahtum nun schon längere Zeit sehr schwer zu fallen.

Das Angebot an Attekarien, erst unter der Bedingung des Ausscheidens der derzeitigen gewählten Bundeskanzlerin aus dem Amt, geordnete und friedliche Beziehungen, ja gute Nachbarschaft aufbauen zu wollen, hat die Föderationsregierung ebenfalls sehr stark zum Nachdenken über die Beziehungen Turaniens zum Schahtum veranlasst. Wie zuverlässig ist ein Partner, welcher mit massiver Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines anderen Staats seine Vorstellungen und ihm genehme Funktionsträger durchzusetzen versucht? Was geschieht und wie reagiert das Schahtum, wenn in Turanien vielleicht einmal nicht diesem genehme oder gar futunakritische Personen durch demokratische Wahlen in verantwortliche Regierungsämter kommen? Ist dann auch eine massive Unterstützung, ja Beeinflussung der dann genehmen oder futunaunkritischen Opposition zu befürchten? Sollen dann auch gewählte Repräsentanten des turanischen Volks möglichst aus dem Amt gedrängt werden?

Diese und andere Fragen sollten derzeit turanienintern und dann auch in Gesprächen mit maßgeblichen Politikern des Schahtums versucht werden zu klären. Das Schahtum sah sich jedoch in Form der Grundsatzreden seines Staatsoberhauptes und Regierungschefs veranlasst, die Föderation Turanischer Republiken unter Ablenkung von seinen eigenen massiven Fehlern, Versäumnissen und diplomatischen Fauxpas anzugreifen und ihr blinde, unbedachte und kurzsichtige Reaktionen vorzuwerfen.

Der Föderationspräsident und die Föderationsregierung ihrerseits sehen immer noch sehr gute Möglichkeiten und Grundlagen, auf denen man weiterhin gutnachbarschaftlich, ja freundschaftlich miteinander umgehen und neugeordnete Beziehungen aufbauen kann. Die Tür für Verhandlungen in diese Richtung steht selbstverständlich offen. Sollte sich jedoch die gesamte Staatsregierung und die Mehrheit der Bevölkerung des Schahtums die Ansichten und Meinungen seiner kaiserlichen Majestät des Schahs bereits unkritisch zueigen gemacht haben, sieht die Föderationsführung derartige Gespräche und Verhandlungen als sehr schwierig an, hofft jedoch, dass sich auf futunischer Seite gemäßigtere und zum Dialog offene Stimmen finden werden.


Föderationspräsident: Diktatus Marius

Ministerpräsident der Föderation: Sigurd Thorwald

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