1000 Bücher der Vergessenheit (Band 73)

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Das Buch ist wie die anderen des Bandes in dem riesigen Bücherregal aus Eichenholz. Der Buchrücken schimmert blau und du denkst, dass sich sich die Farbe immer leicht verändert. Als du das Buch berührst, gibt der Einband nach, als wäre er gänzlich aus Wasser. Du ziehst das Buch heraus und es fühlt sich so schwer an, als würde ein ganzer Ozean auf ihm lasten. Als das Buch auf dem Tisch liegt, siehst du gen glänzenden Einband - viele unterschiedliche Blautöne die sich immer wieder wie in der Strömung winden und ändern. Ein Anblick als würdest du schon jetzt in den Tiefen des Meeres schwimmen. Du schlägst die erste Seite auf...



Der Hafen von Persuna

Einer der härtesten Berufe ist die Fischerei. Tausende von Männern fahren täglich auf die See um Fische für das ganze Land zu fangen. Viele weitere bauen Schiffe, die die Weltmeere bereisen und Schätze nach Futuna bringen.

Der Hafen von Persuna ist der erste Anlaufpunkt für die seefahrenden Händler und auch heute liegt wieder ein riesiges Schiff vor Anker, es ist der Morgen der 143. Tages im Jahr 3 nach Timor. Die Sonne scheint schon jetzt und lässt jede Arbeit schwerer erscheinen. Die Hafenarbeiter laden viele große Kisten aus, die aufgemalte Markierungen enthalten. Eine nach der anderen wird in eine große Halle gebracht, in der sie geöffnet und von Sim al-arvhan überprüft werden. Er ist im Auftrag des Shah-in-shah nach Persuna gereist um persönlich die Lieferung zu prüfen. Sie kommt von kleinen Inseln weit im Süden.

Aus der Halle hört man Schreie und ein Arbeiter kommt heraus gerannt. Beim Öffnen einer der Kisten hat der Narr in diese hinein geschaut und eine Riesenschlange spuckte pfeilschnell ihr Gift in seine Augen. Wenn das Gift so tödlich ist, wie es versprochen wurde, lebt er nur noch wenige Minuten. Die anderen Männer und der Händler gehen einige Schritte von der Kiste zurück, um in sicheren Abstand zu gelangen. al-arvhan ruft wenige Augenblicke später den Arbeitern zu, sie sollen die Kiste auf den Pferdehänger laden und ihn so schnell wie möglich nach Futuna bringen.


Die Werft am Rand des Hafens

Zwei Schiffe werden gerade gebaut. Eines, ein kleines Fischerboot, gedacht um rund um die vorgelagerte Insel kleinere Fänge zu tätigen und ein zweites, ein großes Handelsschiff. Die Arbeiter tränken die Planken für den Rumpf einige Tage im Wasser, spannen diese anschließend so ein, dass sie den richtigen Bogen erhalten und trocknen sie dann eine Woche in der Sonne und Nachts über glühenden Kohlen. Eine perfektionierte Technik für stabile und große Schiffe.

Acht Männer befestigen bereits getrocknete Bretter am Rumpf des Handelsschiffes. In 20 Fuß Höhe stehen sie auf wackeligen Gerüsten, nageln die Hölzer fest und dichten diese anschließend mit Leim ab. Wenn er erstarrt, sind alle Rillen zwischen den Brettern dicht und vor Wassereinbruch geschützt.

Wenn es fertig gestellt ist, wird das Schiff über die Weltmeere segeln und den Namen "Navid" tragen, benannt nach dem Schatten der Götter, der das geeinte Reich regiert.

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